Warum Bildungscontrolling scheitert, obwohl es nicht scheitern sollte
Seit den 90iger Jahren des letzten Jahrhunderts ist Bildungscontrolling ein Thema, welches immer mal wieder Höhen und Tiefen erlebte. Auch wenn die Bedeutung von Bildungscontrolling heute in vielen Unternehmen sicherlich höher ist als noch vor zwanzig Jahren, so ist der Durchbruch und die breite und intensive Nutzung von Bildungscontrolling immer noch nicht gelungen. Dabei wird ansonsten auf einen effizienten Umgang mit den eingesetzten Ressourcen, und das gilt sicherlich auch für den wieder wichtiger werdenden Bereich der Bildung und Weiterbildung, in einem Unternehmen viel Wert gelegt.
Bildungscontrolling ist die regelmäßige Steuerung, Kontrolle und Planung von Bildungsmaßnahmen. Soweit die wissenschaftliche Definition. In der Praxis werden in den meisten Unternehmen nur rudimentäre Daten erhoben, selten werden detaillierte und umfangreiche Erhebungen durchgeführt und die erhobenen Daten auch tatsächlich für eine Optimierung zukünftiger Weiterbildungsmaßnahmen genutzt. Einen ROI, den Return-On-Investment einer Bildungsmaßnahme, ermitteln die wenigsten Unternehmen. Nun ist es nicht unbedingt das alleinige Ziel, für alle Seminare den ROI zu ermitteln, denn es geht auch darum, die Instrumente des Bildungscontrollings effizient einzusetzen. Aber der effiziente Einsatz aller fünf Stufen des Bildungscontrollings nach Philips, und dieser hat als fünfte Stufe die Ermittlung des ROI, ist ein Ziel, dem sich Unternehmen, die auch in Zukunft noch Wettbewerbsfähig sein wollen, wohl annähern werden. Gerade E-Learning macht das Messen von Kennzahlen übrigens in vielen Fällen einfacher.
Die fünf wichtigsten Gründe für das Scheitern von Bildungscontrolling sind:
- fehlende Kommunikation der Beteiligten
- Angst vor Lernerfolgsmessungen: Ergebnisse verfälscht
- Bildungsplaner ist gleichzeitig Evaluator und will besser dastehen
- Ziele sind nicht eindeutig dokumentiert
- Andere Effekte überlagern das Ergebnis (Marketing, Konjunktur...)